Ausbildung abgebrochen wie in Lebenslauf formulieren

Hast du deine Ausbildung abgebrochen und weißt nicht, wie du diese Angabe für künftige Bewerbungen im Lebenslauf formulieren sollst? Dann mach dir zunächst Folgendes bewusst:

Gründe für den Abbruch der Ausbildung

Wer seine Ausbildung abbricht, hat mit Sicherheit gute Gründe dafür. Vielleicht hat dir der Job nicht gefallen. Oder du hast dich am Arbeitsplatz unwohl gefühlt. Vielleicht waren die Kollegen auch nicht so, wie du es dir vorgestellt hast. Möglicherweise hast du während der Ausbildung auch gemerkt, dass du lieber einen anderen Weg einschlagen möchtest. Vielleicht warst du mit der Aufgabe aber auch überfordert. Oder die Ausbildung war nicht deine Idee und du wolltest lieber etwas anderes lernen. All das sind gute Gründe, einen begonnenen Weg nicht fortzusetzen. Häufig ist es so, dass man eine Ausbildung nur erfolgreich abschließen kann, wenn man innerlich davon überzeugt ist. Und wenn du das nicht warst, kannst du auch dazu stehen und das bei zukünftigen Bewerbungen angeben.

Jeder Mensch möchte im Idealfall einen Beruf, der wirklich zu ihm passt. Hast du deine Ausbildung vorzeitig beendet, zeigt das nur, dass du deinem inneren Kompass folgst und das Richtige noch nicht dabei war. Sei stolz darauf, denn das traut sich nicht jeder. Häufig gehen die Menschen einen Weg zu Ende, obwohl sich alles in ihnen dagegen sträubt. Und dann sitzen sie unglücklich an ihren Arbeitsplätzen und wünschten sich, sie hätten es anders gemacht. Zu diesen Leuten wirst du nicht gehören, denn du hast dich getraut, einen neuen Weg einzuschlagen. Steh dazu. Dann überzeugst du auch neue Arbeitgeber von deiner Qualität.

Den Lebenslauf formulieren

Wenn du den Abbruch der Ausbildung in deinen Lebenslauf einfügen willst, nutze zunächst die Standardangabe. Links auf der Seite vom Lebenslauf stehen die Monats- und Jahreszahlen beispielsweise in der Form: 02/2012 – 03/2014. Da du ja für eine gewisse Dauer an der Ausbildung teilgenommen hast, notierst du ebenfalls den Monat und das Jahr, in dem du mit der Ausbildung begonnen und den Monat und das Jahr, in dem du mit der Ausbildung aufgehört hast.

Auf der rechten Seite vom Lebenslauf stehen üblicherweise die Angaben zur Tätigkeit und die dazugehörige Firma. Das sieht zum Beispiel so aus:

02/2012 – 03/2014 Ausbildung zum Florist bei der Firma Löwenzahn in München

Wenn du deine Ausbildung abgebrochen hast, kannst du in der nächsten Zeile dazu Anmerkungen machen. So weiß dein zukünftiger Arbeitgeber gleich Bescheid und braucht nicht zu spekulieren. Und da du ja weißt, dass du mit dem Abbruch der Ausbildung nur deinen eigenen Weg verfolgst, kannst du es auch selbstbewusst formulieren. Zum Beispiel:

02/2012 – 03/2014 Ausbildung zum Florist bei der Firma Löwenzahn in München
(vorzeitig beendet, wegen beruflicher Umorientierung)

oder: vorzeitig beendet, wegen beruflicher Neuorientierung
oder: vorzeitig beendet, wegen neuer Zielsetzung

Du siehst, es gibt verschiedene positive Formulierungen, die den Abbruch der Ausbildung als normal darstellen. Für den Lebenslauf reicht diese kurze Begründung aus. Anders sieht es beim Bewerbungsschreiben aus. Da solltest du genauer auf deine Neuorientierung eingehen.

Die abgebrochene Ausbildung im Bewerbungsschreiben einbringen

Möchtest du statt der Ausbildung lieber eine weiterführende Schule besuchen oder ein Studium machen, brauchst du in der Regel kein Bewerbungsschreiben. Anders ist es, wenn du dich für eine neue Ausbildung oder direkt für einen Arbeitsplatz interessierst. Es kommt nun darauf an, wie lange du an der Ausbildung teilgenommen hast. Warst du nur ein paar Wochen da, kannst du schreiben, dass du gleich zu Beginn der Ausbildung gemerkt hast, dass es nicht das Richtige für dich war. In diese Situation kann sich jeder versetzen, denn nicht immer weiß man vorab, was einen in der Realität erwartet. Das brauchst du nicht näher begründen.

Warst du allerdings mehrere Monate da, formulierst du deine Gründe ausführlicher. Vorab erwähnst du das Positive, das du aus der Zeit mitgenommen hast. Schreibe zum Beispiel:

„Da ich bereits 11 Monate bei der Firma Löwenzahn als Florist tätig war, konnte ich viel über die Struktur eines Kleinbetriebs lernen. Ich habe einen Überblick über die vielen Aufgabengebiete erhalten, konnte erfahren, wie es ist, in einem Team zu arbeiten, und auch der direkte Kontakt zu den Kunden hat mich sehr viel gelehrt. Außerdem konnte ich mich bei der Büroorganisation einbringen, was mir großen Spaß gemacht hat.“

Natürlich nimmst du die positiven Erfahrungen, die du in deiner Ausbildungsstätte gemacht hast und formulierst sie dementsprechend. So sieht dein zukünftiger Arbeitgeber, dass du die Zeit nicht als Verschwendung angesehen hast, sondern lediglich als einen Schritt auf deinem Weg. Wenn du in einer Ausbildung, die dir nicht gefallen hat, trotzdem die positiven Aspekte beachten kannst, zeigt das auch deinen Wert. Kaum einer möchte jemanden einstellen, der immer nur meckert und alles schwarz sieht. Deswegen hebst du dich so von der Masse ab. Es ist zudem wichtig, dass du dich nicht allzu negativ über deinen vorherigen Arbeitgeber äußerst, weil dein zukünftiger Arbeitgeber sonst denken könnte, dass du es mit ihm genauso machen wirst. Mit der positiven Formulierung kommt es aber erst gar nicht dazu.

Den Ausbildungsabbruch begründen

Vermutlich möchte der Arbeitgeber wissen, warum du die Ausbildung abgebrochen hast, wenn du doch soviel Positives erlebt hast. Deswegen nennst du ihm nach der Aufzählung deiner Erfahrungen, die Gründe. Diese kannst du ebenfalls positiv formulieren. Zum Beispiel so:

„Ich bemerkte jedoch, dass der Ausbildungsberuf Florist nicht das Richtige für mich ist, da ich lieber im Büro tätig bin als direkt mit Kunden zu verkehren. Aus diesem Grund entschied ich mich für einen Ausbildungswechsel.“

oder:

„Obgleich mir die Ausbildung viel Spaß gemacht hat, möchte ich lieber ausschließlich im Büro arbeiten. Es erschien mir daher richtig, die Ausbildung vorzeitig zu beenden. So kann jemand anderes die Stelle als Florist nutzen, dem sie wirklich am Herzen liegt.“

oder:

„Im Laufe der Ausbildung bemerkte ich jedoch, dass ich lieber allein arbeite. Daher erschien mir die Tätigkeit im Team und im Kundenkontakt nicht mehr stimmig.“

Diese Formulierungen kannst du auch nutzen, wenn die Gründe für deinen Abbruch in Wirklichkeit anderer Natur waren. Hat dich das frühe Weckerklingeln gestört? Mochtest du deinen Chef nicht? Das hat im Bewerbungsschreiben nichts verloren. Fakt ist, dass du dich neu orientierst und nur das musst du erwähnen.

Die gleiche Ausbildung in einer anderen Firma beginnen

Anders sieht es aus, wenn du die gleiche Ausbildung machen möchtest, nur in einer anderen Firma. Dann brauchst du natürlich andere Argumente. Zum einen kannst du schreiben, dass dir der Arbeitsweg zu lang war. Dafür muss der neue Arbeitsweg natürlich kürzer sein. Zum anderen kannst du sagen, was dich an der Stelle gestört hat. Wenn zum Beispiel die Kollegen keinen freundlichen Umgang pflegten oder du mit dem Chef nicht ausgekommen bist, ist das ein plausibler Grund, eine Firma zu verlassen. Da du die gleiche Ausbildung erneut beginnen möchtest, kannst du diese Gründe hier ehrlich angeben. Formuliere es zum Beispiel so:

“ … , was mir großen Spaß gemacht hat. (siehe oben) Insgesamt hat mir die Tätigkeit als Florist sehr gut gefallen. Da das Betriebsklima in der Firma Löwenzahn aber nicht meinen Vorstellungen entsprach, möchte ich die Ausbildung lieber in einem anderen Unternehmen fortsetzen.“

Wirst du dann zum Vorstellungsgespräch eingeladen, bleibst du bei deinen Begründungen aus dem Bewerbungsschreiben. Solltest du näher ins Detail gehen müssen, ziehe über nichts und niemanden her, sondern sag sachlich, wo das Problem lag. Zum Beispiel: „Wenn ich morgens zur Arbeit kam und „Guten Morgen“ sagte, reagierte niemand.“

Viel Erfolg!