Den direkten Berufseinstieg finden nach der Ausbildung Kaufmann für Versicherung und Finanzen. Welche Vorschläge habt ihr für mich nach Ende meiner Ausbildung?

Viele junge Menschen streben nach einer solchen Ausbildung direkt die Selbstständigkeit als beispielsweise Versicherungsberater an. Dies ist zwar eine Alternative, die man wählen kann, stellt sich aber oft als die nicht unbedingt beste Option dar. Viel sinnvoller ist es hier, erst einmal einen Job bei einer Versicherung oder auch einer Bank anzunehmen, um so praktische Erfahrungen sammeln zu können. Darüber hinaus ist man durch die Tätigkeit im weiteren Verlauf auch über den Staat abgesichert. Denn das Arbeitslosengeld wird anhand der letzten Tätigkeit und der Länge der Tätigkeit berechnet, wozu die Selbstständigkeit nicht zählt. Bei einer Selbstständigkeit zahlt man nicht in die sozialen Kassen ein und hat somit auch keinen Anspruch darauf. Sollte die Selbstständigkeit dann nicht funktionieren, kann dies zu einer ernsten Problematik werden und einen sozialen Absturz provozieren. Es ist also sinnvoller erst einmal einen Job bei einem Arbeitgeber anzunehmen und eventuell im späteren Verlauf seines Lebens über die Selbstständigkeit nachdenken. Man sollte hier auch den Vorteil berücksichtigen, dass man durch die Tätigkeit im Vorfeld auch neue Kontakte knüpfen kann, die dann für einen guten Einstieg in die Selbstständigkeit genutzt werden können. Auch dies ist ein wesentlicher Punkt, der für den Erfolg entscheidend ist.

Berufseinstieg über Zeitarbeit wie verhandelt man am besten?

Der Berufseinstieg über eine Zeitarbeit ist in der Regel nicht zu empfehlen, da hier die Verhandlungen nur schwer zu führen sind und der Arbeitnehmer nur bedingt Möglichkeiten hat, eine gute Ausgangsposition zu finden. Es ist hier sinnvoller sich direkt bei Unternehmen zu bewerben und gegebenenfalls eine Probezeit bzw. einen befristeten Vertrag in Kauf zu nehmen. Diese Option hat sich in den letzten Jahren als die deutlich sinnvollere Alternative erwiesen, allein schon auf Grund der Tatsache, dass sehr viele Personen nach Ablauf der Frist direkt vom Unternehmen übernommen worden. Beim Einstieg über Zeitarbeit ist dies im Normalfall nicht so, was den Arbeitnehmer schon zu Beginn der Arbeit vor Probleme stellt. Denn hier ist bereits am Anfang die Frage, was im Anschluss geschehen soll, wenn die Zeitarbeit beendet ist. Darüber hinaus ist auch der Verdienst üblicherweise geringer als bei einer direkten Anstellung. Auch dieser Punkt sollte hier bei der Entscheidung immer mit berücksichtigt werden. Auf Grund der Marktsituation ist es auch nicht zwingend notwendig eine Zeitarbeit anzustreben. Hier gibt es deutlich besser Alternativen, die sich auch einfach und schnell umsetzen lassen.

Was muss ich beim Berufseinstieg bei der Krankenkasse alles beachten und wie wähle ich am Besten?

Die Wahl der Krankenkasse vor dem Berufseinstieg ist natürlich immer ein Thema für sich. In erster Linie sollte man hier darauf achten, welche Krankenkasse die besten Konditionen bietet und wie die Ausstiegsklauseln aussehen. Speziell beim letzteren sollte man noch einmal intensiv nachprüfen und sich auch Meinungen von anderen Personen einholen. Eine Beratung im Vorfeld ist hier durchaus sinnvoll, bevor man sich für eine Krankenkasse entscheidet. Ist dann die Entscheidung gefallen, gibt es nicht mehr soviel zu beachten. Alle wichtigen Informationen, die die Krankenkassen benötigen, werden vom Arbeitgeber an die jeweilige Kasse überstellt. Als Berufseinsteiger muss man hier also nichts mehr tun. Die Abgaben an die Krankenkasse finden sich dann auf dem Lohnzettel wieder. Man sollte jedoch beachten, ob hier auch wirklich die richtigen Summen stehen. Dies sollte gleich beim ersten Lohnstreifen geprüft werden. Ist der Betrag falsch berechnet, so kann dies zu ernsthaften Schwierigkeiten mit der Krankenkasse führen. Denn verantwortlich ist am Ende nicht das Unternehmen sondern der Versicherte. Jener muss dann begründen warum diese Problematik überhaupt aufgetreten ist und hat hierfür natürlich auch die Konsequenzen zu tragen. In der Regel heißt dies, eine deutliche Nachzahlung der entstandenden Ausfälle für die Krankenkasse. Mahnkosten und Säumniszuschläge sind hier ebenfalls ein gängiges Mittel, was von zahlreichen Krankenkassen angewendet wird. Es ist also zwingend notwendig hier direkt nach dem Erhalt des ersten Lohnzettels, die Beiträge zu prüfen.

Wie finanziere ich am besten meinen Berufseinstieg nach dem Studium?

Insofern man nach dem Studium nicht in die Selbstständigkeit gehen möchte, ist eine Finanzierung für den Berufseinstieg nur bedingt notwendig. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn man in eine andere Stadt ziehen muss, um den neuen Job anzutreten. Hierfür gibt es die Möglichkeit eines Darlehens, welches mit einem niedrigen Zinssatz belegt ist, um die einzelnen Kosten tragen zu können. Mittlerweile ist es aber auch so, dass Unternehmen diese Umzugskosten übernehmen. Hierzu sollte man allerdings im Vorfeld mit den Verantwortlichen sprechen, ob eine solche Unterstützung möglich und auch im Interesse des Unternehmens ist. In der Regel kommt man hier zu einer, für beide Seiten, positiven Einigung. Diese Möglichkeit sollte man auch als erstes in Betracht ziehen, bevor man über ein Darlehen nachdenkt. Auch ein Darlehen ist natürlich eine einfache Möglichkeit, eine solche Finanzierung durchzuführen, wobei man hier aber bedenken muss, dass man jenes auch zurückzahlen muss. Es ist also eine zusätzliche finanzielle Belastung auf die man sich hier einlässt. Bei einer Kostenübernahme durch ein Unternehmen wäre dies nicht der Fall, was somit als deutlich bessere Alternative zu betrachten ist.

Wie gründlich werden Praktikumszeugnisse bei Berufseinstieg begutachtet?

Wie gut oder nicht gut die Betrachtung der Praktikumszeugnisse durchgeführt wird, hängt immer von dem jeweiligen Bundesland bzw. von der jeweiligen Kammer und dessen Prüfer ab. Erfahrungsgemäß muss man hier allerdings festhalten, dass diese Zeugnisse in der Regel nur bedingt geprüft werden. Die Wertigkeit hat über die Jahre hinweg deutlich abgenommen. Dennoch müssen aber solche Zeugnisse vorliegen. Fehlen Praktikumszeugnisse, so ist ein Berufseinstieg in der Regel nicht möglich. Unternehmen und Firmen legen aber dennoch hier mehr Wert auf das persönliche Gespräch und die direkte Einschätzung der Person. Diese kann auch bereits über das Bewerbungsschreiben erfolgen. Ist eine Bewerbung „grausam“ geschrieben, so wird man im Normalfall keine Einladung erhalten, auch wenn das Zeugnis enorm gut ist. Noten haben hier nur einen bedingten Stellenwert und werden von Unternehmen in der Regel nicht als Hauptargument gesehen. Viel mehr kommt es hier auf die Person selbst und das Auftreten jener an. Wer also ein gutes Auftreten hat, eine ordentliche Bewerbung schreibt, die auch die Richtlinien entspricht, wird hier auch mit einem etwas schlechteren Zeugnis gute Chancen haben, den jeweiligen Job zu bekommen. Eine Garantie gibt es selbstverständlich hier nicht. Faktum ist aber, dass hier das Gesamtpaket der Person zählt und nicht nur das Zeugnis.

Wie ausschlaggebend ist die Abschlussarbeit(Masterarbeit) im Maschinenbaustudium für den Berufseinstieg?

Die Tragweite eines Themas einer Abschlussarbeit sollte nicht überwertet werden. Sei es in einem Maschinenbaustudium, als auch in einem anderen Bereich. Viel entscheidender ist hier am Ende das Ergebnis der Arbeit. Daher sollte das Thema nicht einen direkten Bezug zu einem Unternehmen haben sondern viel mehr dem Studenten selbst liegen. Mit dieser Einstellung können deutlich bessere Ergebnisse erzielt werden, da Themen die der eigenen Person liegen, in der Regel auch deutlich besser und präziser bearbeitet werden. Das fördert natürlich auch die Leistung und die damit in Zusammenhang stehenden Ergebnisse. Am Ende sind es diese, die dann darüber entscheiden ob man einen leichten oder eher schwierigen Berufseinstieg hat. Fakt ist hier, dass ein Student der ein gutes Ergebnis erzielt hat, deutlich bessere Chancen hat seinen Traumjob zu bekommen, als jemand der sich vielleicht auf einen spezielle Bereich fokusiert hat, dafür aber kein so gutes Ergebnis erzielen konnte. Hier sollte man doch ganz klare Verhältnisse schaffen, denn Unternehmen werden auch Studenten im Nachhinein in ihren speziellen Bereichen ausbilden und fördern. Somit ist eine Vorabentscheidung, sich schon bei der Abschlussarbeit für ein solches Thema zu entscheiden, nicht von Belang. Entscheidend ist und bleibt hier das Endergebnis.

Lücke im Lebenslauf – wie begründen?

Lücken im Lebenslauf stellen immer eine gewisse Problematik dar und können schnell für Unruhe sorgen, wenn es darum geht sich bei einem interessanten Unternehmen zu bewerben. Denn die Frage, warum diese Lücke im Lebenslauf entstanden ist, ist hier dann praktisch vorprogrammiert. Dabei können solche Lücken durch die unterschiedlichsten Dinge auftreten und haben meist nichts mit „Unlust“ der jeweiligen Person zu tun. Diese Lücken können beispielsweise auch entstehen, wenn man auf einen Studiengang warten muss und über diese Zeit keine Alternativen geboten bekommt. Für solche Lücken gibt es aber ganz einfache Abhilfen, die man nutzen kann, um den Lebenslauf deutlich besser aussehen zu lassen. Ein einfaches Hilfmittel ist hier den Zeitraum mit „berufliche Orientierungsphase“ zu kennzeichnen. Im Endeffekt würde dies natürlich nichts anderes bedeuten als keine Beschäftigung. Dennoch klingt diese Aussage deutlich besser und vor allem auch sinnvoller, denn sie besagt noch etwas anderes. Die Person hat in diesem Zeitraum nicht nichts gemacht sondern hat sich intensiv damit beschäftigt, was jener als nächstes tun kann und wie die Perspektiven im einzelnen aussehen. Die Person hat sich also über verschiedene Faktoren informiert, was natürlich auch Zeit in Anspruch nimmt. Diese Zeit wird mit dieser Aussage im Lebenslauf festgehalten. Ob dies dann am Ende wirklich so der Realität entsprach oder nicht, ist dabei nicht relevant. Allein die Tatsache, dass sich die Person Gedanken darüber gemacht hat, wie er oder sie diese lücke füllt, reicht aus um Unternehmen von der Frage, wie diese Lücke entstanden ist, abzubringen. Genau das sollte hier auch das Ziel sein.

Wie wichtig war das Thema der Diplomarbeit oder Masterarbeit für den Berufseinstieg bei euch?

Prinzipiell ist das Thema der Masterarbeit bzw. der Diplomarbeit nicht relevant für den Berufseinstieg, wobei man allerdings zwei wesentliche Punkte unterscheiden muss. Teilweise kann es hier sein, dass ein Student bereits in einem Unternehmen tätig war und auch im Bereich dessen seine Arbeit schreibt, die für das Unternehmen interessant ist. In diesem Fall wäre es so, dass hier eine gewisse Relevanz bestehen würde. Im Normalfall jedoch kann man hier keine wesentlichen Faktoren festmachen, die für den späteren Berufseinstieg Vorteile bringen würden. Die Benotung bzw. die Bewertung der Arbeit ist hier in der Wichtigkeit deutlich höher anzusiedeln, daher sollte hier auch der Fokus darauf liegen. Desto besser ein Abschluss ist, desto interessanter ist dies auch für Firmen. Ein Thema welches für ein oder über ein Unternehmen durchgeführt wird, wird auch nur dort eine zusätzliche Wertung finden. Man sollte diese Thematik also nicht zu hoch einstufen. Wichtiger ist es hier, eine gute Leistung zu erbringen, die dann bei späteren Vorstellungsgesprächen und Bewerbungen zum Tragen kommen kann. Interessant ist es natürlich hier auch, wenn man noch zusätzliche Qualifikationen über die Arbeit hinaus vorweisen kann. Praktische Arbeit beispielsweise ist immer ein sehr gefragtes Thema und wird gerne von Unternehmen zusätzlich berücksichtigt. Diese Faktoren sind also deutlich entscheidender als das Thema der Arbeit.