Diakonisches Werk
Ennepe-Ruhr/Hagen

Adresse Hagen:
Martin-Luther-Straße 9-11
58095 Hagen

Telefon:
02331 / 3809-00

Adresse Witten:
Röhrchenstraße 10
58452 Witten

Telefon:
02302 / 91484-11

Soziale Dienste

Fachbereichsleitung Birgit Buchholz
Martin-Luther-Straße 9-11
58095 Hagen

Telefon: 0 23 31 / 3 80 91 50
Telefax: 0 23 31 / 3 80 91 59
E-Mail: buchholz@diakonie-hagen-en.de

Der Fachbereich Soziale Dienste umfasst die Wohnungslosenhilfe und Schuldnerberatung im Ennepe-Ruhr-Kreis und in Hagen, das Hagener Arbeitslosenzentrum (HALZ), das Sozialkaufhaus Schwelm mit der Beratungsstelle für Arbeitslose, die Sucht- und Drogenhilfe Witten, das ambulant betreute Wohnen für psychisch Kranke, den Integrationsfachdienst in Witten, die Zuwanderungsberatung und die Bahnhofsmission und Luthers Waschsalon in Hagen. So unterschiedlich diese Arbeitsfelder auch sind, so haben sie auch einige Gemeinsamkeiten und Themen, die sie miteinander verbinden: So haben wir es fast überall mit Menschen zu tun, die kein oder nur ein geringes Einkommen haben, die Unterstützung bedürfen, um ihr Leben wieder eigenständig gestalten zu können und die oft nicht (mehr) an allen gesellschaftlichen Bereichen partizipieren können. Die beiden roten Fäden, die sich schon seit Jahren durch den Fachbereich ziehen, heißen also Armut und Teilhabe. Unsere Dienste zielen darauf hin, das eine (Armut) zu verringern und das andere (Teilhabe) zu erhöhen. Integration von Migranten oder die Integration von Menschen mit Behinderungen stellen dabei besondere Aspekte der Verwirklichung von Teilhabechancen dar.

Armut

Die medizinische Versorgung wohnungsloser Menschen ist für das Diakonische Werk seit langem fester Bestandteil der Wohnungslosenhilfe mit Luthers Waschsalon in Hagen und seit ein paar Jahren auch mit der medizinischen Ambulanz und dem Arztmobil in Witten. Nach mehrjähriger Vorlaufzeit konnte nun das Landesprogramm mobiler medizinischer Dienst zum 1.7.2009 auch in Hagen umgesetzt werden. In Kooperation mit dem Gesundheitsamt der Stadt Hagen und der Diakonie können jetzt die Patienten im Männerasyl und im Luthers Waschsalon wie in einer richtigen Praxis abgerechnet werden und die ehrenamtlichen Ärzte dürfen aufgrund einer Institutsermächtigung verschreiben. Als weiterer Baustein in diesem Konzept fährt jetzt auch das Arztmobil seit Dezember donnerstagvormittags in Hagen. Stationen sind die St. Bonifatiusgemeinde in Haspe und die Suppenküche.

Nicht nur Menschen, sondern auch Kommunen können arm sein. Die Sparbemühungen der Stadt Hagen beziehen sich leider auch auf die soziale Versorgung in der Stadt. So sollen bei den Zuschüssen an die Verbände ebenso gespart werden wie auch in der Sozialverwaltung der Stadt. Wie und ob die Sparpläne sozialverträglich umgesetzt werden können, soll im Jahr 2010 gemeinsam mit Politik, Verwaltung und den Verbänden erarbeitet werden.

„Armut – Stationen in Hagen“ unter diesem Titel veranstaltete das Bündnis sozialgerechte Stadt Hagen eine besondere Informationsveranstaltung mit allen Hagener Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt am 5. August 2009. Das Bündnis aus Kirche und Gewerkschaft konfrontierte die Politiker nicht nur mit den Schattenseiten in der Stadt, sondern stellte einen Teil der verschiedenen Maßnahmen zur Armutsbekämpfung in Hagen vor. Organisiert wurde die Fahrt durch die verschieden Stadtteile von der Diakonie. Besucht wurden das Jugendzentrum Paulazzo der Ev. Jugend und die Emil-Schumacher-Schule in Wehringhausen, der Warenkorb der Caritas in Boele, der Werkhof - Möbel und mehr in Eckesey und Luthers Waschsalon im Bahnhofsviertel. Am Ende der Tour fand eine Abschlussdiskussion im Wichernhaus statt.

Aufgrund der Wirtschaftskrise sind zurzeit auch erwerbstätige Menschen von Arbeitslosigkeit bedroht. Besonders Zulieferungsbetriebe für die Stahlverarbeitende- und Autoindustrie hatten im letzten Jahr kaum Aufträge zu verzeichnen. Um die Stammbelegschaft zu halten und Arbeitslosigkeit (zunächst) zu vermeiden, haben viele Unternehmen die Kurzarbeit eingeführt. Sehr stark davon betroffen waren die Unternehmen im Raum Gevelsberg. Deshalb hat die Stadt Gevelsberg das Projekt „Wenn das Geld knapp wird“ ins Leben gerufen. Von Mai bis Oktober konnten sich Gevelsberger Bürger im Rathaus immer freitags von Mitarbeitern der Stadt (Wohngeldstelle), der Gevelsberger Regionalstelle der JobAgenturEN und unserer Schuldnerberatung beraten lassen.

Teilhabe

Der Ennepe-Ruhr-Kreis hat 2009 ein Modellprojekt „Chance“ an den Standorten Schwelm, Hattingen und Witten gestartet, das sich an die Zielgruppe der erwerbsunfähigen Menschen wendet. Primäres Ziel dabei ist es nicht, die oft psychisch belasteten und körperlich kranken Menschen wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren, sondern viel mehr ihnen Tagesstruktur, Teilhabe am geselligen und gesellschaftlichen Leben und sinnvolle Tagesbeschäftigung zu bieten. Angegliedert an das Sozialkaufhaus in Schwelm werden 10 Menschen in diesem Projekt betreut.

Fehlende Mobilität aufgrund Alter oder Krankheit kann auch die Teilhabemöglichkeiten beeinträchtigen. Mit finanzieller Unterstützung der Aktion Mensch – DieGesellschafter.de wurden Ehrenamtliche geschult, die hilfebedürftigen Menschen auf ihren Reisen durch ganz Deutschland als „Mobile Bahnhofsmission“ begleiten.

Die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe Hattingen-Sprockhövel (KISS) ist vom Ennepe-Ruhr-Kreis beauftragt worden, ein Kompetenznetzwerk Demenz aufzubauen. Im Oktober fand in Hattingen die erste Woche der Demenz mit zahlreichen informativen und kulturellen Veranstaltungen statt. Ziel des Netzwerkes ist neben der Information über vorhandene Angebote und die Entwicklung weiterer bedarfsgerechter Angebote für Menschen mit Demenz und deren Angehörige, auf die Bedürfnisse der wachsenden Gruppe der demenziell erkrankten Menschen aufmerksam zu machen. Wie geht die Bankangestellte mit einer älteren Kundin um, die sich wiederholt ihr Geld vom Bankkonto zeigen lassen will oder wie der Polizeibeamte, der einen verwirrten, aggressiven Mann im Schlafanzug mitten in der Innenstadt auffindet? Wie eine demenzfreundliche Kommune aussehen kann, wird deshalb ein wichtiges Thema der nächsten Jahre sein.

Die Evangelische Kirche in Deutschland, die Katholische Deutsche Bischofskonferenz und ihre Wohlfahrtsverbände Diakonisches Werk und Deutscher Caritasverband fordern eine Verlängerung der gesetzlichen Altfallregelung und die angemessene Berücksichtigung humanitärer Gesichtspunkte. Die Bleiberechtsregelung für Flüchtlinge aus dem Jahr 2007 wurde zwar verlängert, sie schließt aber immer noch Personenkreise aus und verhindert die Entstehung von Kettenduldungen nicht. Die Kirchen und ihre Wohlfahrtsverbände treten seit Jahren dafür ein, die Praxis der Kettenduldungen zu beenden. Die Forderung lautet deshalb, dem Grundbedürfnis von Menschen nach einer sicheren Lebensperspektive Rechnung zu tragen und Ausländern, die in Deutschland verwurzelt sind und/oder denen die Ausreise nicht zugemutet werden kann, eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis zu erteilen. Die Zuwanderungsberatung des Diakonischen Werkes setzt sich vehement für die Verbesserung der Lebensbedingungen für die Zielgruppe ein und unterstützt sie konkret in zwei EU-finanzierten Projekten in Hagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis bei der Vermittlung in Arbeit, so dass der Aufenthaltsstatus dauerhaft gesichert werden kann.

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