Diakonisches Werk
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Das Ende des Kellerkinder-Daseins: Luthers Waschsalon zieht um

Mittwoch, 28.07.2010

Teebeutel und die Kaffeemaschine, Waschpulver und Wäschekörbe, Blumenvasen und Lebensmittel – all das muss einen neuen Platz finden, denn Luthers Waschsalon zieht um. Das Bahnhofsquartier bleibt die Heimat der diakonischen Einrichtung – doch ab dem 2. August öffnen Heike Spielmann-Fischer und ihr Team an der neuen Adresse in der Körnerstraße 75 ihre Türen für wohnungslose Menschen und Personen mit einem geringen Einkommen.

Dienstbesprechung vor dem großen Tag: Wie wird alles werden??

Eine großzügige Spende der Werner-Ruberg-Stiftung gab die Initialzündung: Schon seit Jahren beklagten Mitarbeiter, Besucher und auch die Stadtkirchengemeinde selber, dass die Kellerräume am bisherigen Standort im Luthergemeindehaus eigentlich wenig einladend waren: Feuchtigkeit zog durch alle Räume, gegen Schimmelbildung wurde mehrfach erfolglos gearbeitet. Der Kirchengemeinde fehlen seit langem die finanziellen Mittel für eine grundlegende Sanierung, und am Ende war selbst die Zukunft des Kirchen-Ensembles nicht mehr sicher. Im August wird das Gemeindehaus nach Presbyteriums-Beschluss abgerissen.

Am Rande einer Weihnachtsaktion im vorletzten Jahr wurde die Ruberg-Stiftung auf die Probleme der gut besuchte Einrichtung aufmerksam und versprach finanzielle Unterstützung. Mit dem Spendengeld und mit Eigenmitteln des Diakonischen Werkes konnte das ehemalige Röttger-Haus an der Körnerstraße so umgebaut werden, dass Heike Spielmann-Fischer und ihr Team nun ihr Kellerkinder-Dasein beenden können. Ein großer, heller Gastraum mit einer integrierten Küche steht den durchschnittlich 80 Gästen nun zweimal wöchentlich zur Verfügung. Heike Spielmann-Fischer: „Auch für unsere Freizeitgruppe, die sich jeden Mittwoch trifft, eröffnen sich nun ganz neue Möglichkeiten.“

Die gespendeten Waschmaschinen und Wäschetrockner quetschen sich nicht länger auf gefühlten acht Quadratmetern, und Efisio Vacca, der ehrenamtliche Mitarbeiter in diesem Bereich, kann nun bei Tageslicht die Wäsche der Gäste sortieren und falten. Insgesamt unterstützten 10 Ehrenamtliche die diakonische Arbeit im Aufenthalts- und Waschbereich.

 

Der Mann an den Waschmaschinen: Efisio Vacca.

Die medizinische und zahnmedizinische Ambulanz, die ebenfalls ehreamtlich ermöglicht und seit Jahren durch Spenden finanziert werden, sind ab sofort, gemeinsam mit dem Warteraum und der kleinen Kleiderkammer, in der ersten Etage untergebracht. „Auch dadurch haben wir eine deutliche Qualitätssteigerung“, freut sich Heike Spielmann-Fischer. Ein wenig Privatsphäre und deutlich mehr Ruhe für Menschen, die sich oft nur schwer einem Arzt anvertrauen, sind in den oberen Räumen abseits vom Frühstücks-Trubel nun möglich.

Nun werden Schränke eingeräumt, Zimmer dekoriert und vor allem die neuen Arbeitsabläufe und Routinen festgelegt, bevor sich dann am 2. August die Einrichtung erstmals seinen Gästen präsentiert.

Begeistert ist Heike Spielmann-Fischer über die Einsatzbereitschaft ihres Teams und der unzähligen Helfer und Spender: „Den Umzug stemmt das Team gemeinsam mit unserem Sozialkaufhaus, und wir haben tolle Sachspenden bekommen, etwa Schränke für die Ambulanz“, bedankt sich die Diakonin.

Gebrauchen können die Helfer zum Helfen noch neuwertige Wäschekörbe, einen Staubsauger, große Pflanzen, Bilderrahmen, Duschvorhänge und Regale – Geld- oder Sachspenden sind daher sehr willkommen. Weitere Infos unter der Rufnummer 2 33 40.

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