Ennepe-Ruhr/Hagen
Adresse Hagen:
Martin-Luther-Straße 9-11
58095 Hagen
Telefon:
02331 / 3809-00
Adresse Witten:
Röhrchenstraße 10
58452 Witten
Telefon:
02302 / 91484-11
Wir über uns
Diakonie im Überblick
Die Diakonie ist die soziale Arbeit der evangelischen Kirchen. Grundüberzeugung ist, dass der Glaube an Jesus Christus und die praktizierende Nächstenliebe zusammengehören.
Diakonische Einrichtungen helfen Menschen in Not und in sozial ungerechten Verhältnissen. Sie versuchen, die Ursachen dieser Notlagen zu beheben. „Diakonie“ leitet sich vom griechischen Wort für Dienst her. Das Diakonische Werk der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist ein gemeinnütziger Verein. Ihm gehören als Mitglieder die Diakonischen Werke der 24 Landeskirchen der EKD, neun Freikirchen mit ihren diakonischen Einrichtungen sowie etwa 90 Fachverbände der verschiedensten Arbeitsfelder an. Diese Mitglieder repräsentieren etwa 26.000 selbstständige Einrichtungen unterschiedlichen Größe und Rechtsform mit mehr als 1 Million Betreuungsplätze, in denen rund 402.000 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter voll- oder teilbeschäftigt sind. Ferner gibt es knapp 7.000 diakonische Selbsthilfe- und Helfergruppen. Mitgetragen wird die diakonische Arbeit von den etwa 18.000 Gemeinden der Landes- und Freikirchen. Über 400.000 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in der Diakonie aktiv.
Eine kurze Geschichte des Helfens
150 Jahre Diakonie als kirchliches Werk
Die Geschichte der Diakonie als kirchliches Werk beginnt im September 1848 auf dem Kirchentag in Wittenberg. Der Hamburger Theologe Johann Hinrich Wichern regte in seiner berühmten Stegreifrede die Gründung des "Centralausschusses für Innere Mission der Deutschen Evangelischen Kirche" an. Diakonische Arbeit gab es jedoch schon lange vor Wichern. Initiativen von Frauen und Männern, die sich dem Auftrag Jesu Christi verpflichtet wussten, prägen die Geschichte der Christenheit.
Innere Mission – ein Programm gegen Armut und Not
Wichern gab der Bewegung Namen, Ziel und Auftrag: Die "Innere Mission" als umfassende Reformbewegung, so hatte er in Wittenberg ausgeführt, sei ein unverzichtbarer Teil kirchlichen Handelns. Wichern entwarf ein Programm gegen soziale Not und gegen Armut im umfassenden Sinn. Seine Vorschläge stützen sich auf seine langjährige Praxis im "Rauhen Haus" in Hamburg, einer Rettungsanstalt für verwahrloste Kinder, die er gegründet hatte.
Der zweite Gründungsvater neben Wichern ist Pfarrer Theodor Fliedner. Fliedner hatte in Kaiserwerth bei Düsseldorf seine Arbeit mit entlassenen weiblichen Strafgefangenen begonnen. Später schuf er den neuen Beruf der Diakonisse. Diakonissen, Schwesternschaften und Gemeinschaften von Diakoninnen und Diakonen tragen seit vielen Jahren die diakonische Arbeit in Krankenhäusern und in Gemeinden.
Johann Hinrich Wichern – institutionelle Verankerung diakonischer Initiativen
Wichern gelang es, die verschiedenen Initiativen von Christinnen und Christen unter einem gemeinsamen organisatorischen Dach zusammenzuführen. Schon bald nach Ende des Wittenberger Kirchentages entstanden regionale und lokale Zusammenschlüsse der Inneren Mission. Sie wurden Träger von rechtlich selbstständigen Heimen, Einrichtungen und Anstalten, die sozialpädagogische, fürsorgerische und pflegerische Verantwortung für Hilfsbedürftige wahrnehmen.
Im laufe der Zeit entwickelten sich daraus vielfältige diakonische Hilfsangebote mit neuen Arbeitsbereichen. Heute arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diakonie in vielen Berufsfeldern innerhalb von Kirche, Gemeinde, diakonischen Einrichtungen und in sozialen Diensten in der Gesellschaft.
Diakonie – Helfen in verändertem sozialen Umfeld
Es gibt in Deutschland eine politisch gewollte Partnerschaft zwischen dem Sozialstaat und den Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege. Sie ist in dieser Weise in Europa einmalig. Dementsprechend übernimmt die Diakonie soziale Aufgaben, die ihr vom Staat anvertraut werden – aber eben als freier Träger. Als eine solche Partnerin ist Diakonie Mitgestalterin einer sozial gerechten Gesellschaft. Diese Partnerschaft gilt es zu bewahren und zu vertiefen.
Mehr denn je ist die Diakonie heute herausgefordert, sich für Menschen einzusetzen, die Beistand und Hilfe brauchen. Gegen eine zunehmende Ökonomisierung des Sozialen ist sie Anwalt derjenigen, die nicht im Zentrum des privat-gewerblichen Interesses oder Leistungsangebotes stehen. Sie ist Fürsprecher für Entwurzelte, Flüchtlinge, Aussiedler, Nichtsesshafte, Straffällige, Kinder. Gegen alle Versuche, Armut zu verschweigen, ist es das zentrale Anliegen der Diakonie, denen, die keiner hört, eine Stimme zu geben. Damit übernimmt sie zugleich eine unverzichtbare Wächterfunktion in Staat und Gesellschaft.
Diakonie heißt auch, bei jedem einzelnen die Kräfte in das eigene Vertrauen und in die Verantwortungsfähigkeit zu stärken. Es ist Aufgabe der Diakonie, zu mehr Gemeinsinn und zu einer neuen Kultur des Helfens zu ermutigen. Diese Aufgabenstellungen machen das Diakonische Werk zu einer Institution unserer Gesellschaft, die in Verbindung von fachlicher Kompetenz und christlicher Wertgebundenheit eine sozial gerechte Gesellschaft zum Ziel hat.
